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lola -kinks (MFAs Standardeingabe in diverse Suchmaschinen bei der Lola-Recherche) Bei der Recherche zum Projektthema „Good Golly Miss Molly“ fanden wir heraus, dass der Co-Autor John Marascalco in den 1960ern mehrere kleine Plattenlabel führte. Neben Infinity Records, Cee-Jam Records, Ruby-Doo Records, Princess Records und wohl auch Bourbon Street Records stand das sehr kleine Lola Records unter Marascalcos Fuchtel. Auf Lola Records wurden nur zehn Singles veröffentlicht, aufgrund einer undurchsichtigen Ausgabepraxis bietet Lola allerdings einen weiten Raum zum Forschen: Labelfarben, Editionen, Erscheinungsjahre, Re-Issues, Quellen- und Spiegelangaben sind teilweise nur schwer zuzuordnen und zu erklären. Die Netzquellen datieren das Label zwischen 1962 und 1965. Durch leidenschaftliches Sammeln von Lola-Singles und Betrachten verfügbarer Scans konnten wir elf Ausgaben-Serien ausmachen, die mehr oder weniger miteinander korellieren und verwandt sind. Zwei weitere Singles auf gleichnamigen, aber anderen Lola-Labeln werden hin und wieder in Diskographien bei John Marascalcos Lola Records eingereiht. Inwiefern dies falsch ist, wird bei den entsprechenden Einträgen unter den Punkten "Lola Records, Texas" und "Lola’s Recording Co" zu diskutieren sein. In unserem Glossar finden sich einige Fachbegriffe der Labelkunde, wie wir sie definieren und gebrauchen. Die folgenden Ausführungen weisen diverse Lücken auf und werfen weiterführende Fragen auf, die wir auch in Zukunft zu untersuchen gedenken. Wir sind daher für jeden Hinweis zu Lola-Records oder irgendwelche beteiligten Personen, sowie weitere, bisher unbekannte Ausgaben und fehlende Scans dankbar. Kurze Geschichte von Lola Records Über die Geschichte von Lola Records ist nicht allzu viel bekannt. Als John Marascalco im Juli 1962 Lola startete, war er noch nicht lange A&R-Manager bei Infinity Records. Seine erste Aufgabe dort war 1961 die Betreuung der Electras gewesen, jener durch Umbesetzung der Valiants entstandenen Truppe mit Chester Pipkin und Brice Coefield, die er nun auch für das eigene Label aufnahm. Die gelbe Lola 100 und weitere wurde bei Monarch Records gepresst, einem großen kalifornischen Plattenpresswerk, das seine Ausgaben für gewöhnlich mit der chronologisch vergebenen Delta-Nummer im Dead-Wax-Bereich ausstattete, was eine recht genaue Datierung der Pressung erlaubt. Das parallel gestartete Label Bourbon Street wurde nach der ersten Ausgabe von Wilbert „Lee Diamond“ Smith wieder eingestellt und dessen Songs auf die violettfarbene Lola 100 übernommen. Die dritte Lola 100 in Folge kam erst zwei Jahre später, im Februar oder März 1964 heraus, wieder mit Titeln der Electras. In diesem Jahr folgte die konstanteste Serie von Ausgaben auf Lola. Lola 101 von Rick & the Ric-A-Shays konnte sogar an das landesweit tätige Mercury Records weiterlizensiert werden. Während die Nummer 102 scheinbar nicht vergeben wurde, begab sich Marascalco mit Lola 103 und Lola 104 tief in den Chicano Rock, dem Instrumental-lastigen Garagenrock der mexikanischstämmigen Community der East Side von Los Angeles. Lola 105, die letzte Scheibe dieser Reihe war eine Zusammenarbeit mit Harry Nilsson, den Marascalco bereits seit 1962 unterstützte und mit Songs versorgte. Das neue Jahr brachte eine neue Zählweise und ein neues Design: Auf der schwarzen Lola #001 erschienen wieder die Electras. Zur schwarzen Serie gab es mehrere DJ-Ausgaben, vor allem nachdem ab der zweiten Ausgabe Lola #002 ein Vertriebsdeal mit Atco Records geschlossen worden war. Dieser Deal war dem Billboard Magazin immerhin einen Artikel nebst einem Foto von Johns Konterfei wert. Der Artikel vom 5. Juni soll hier ob der Seltenheit von Lola-Erwähnungen in Presse und Literatur vollständig wiedergegeben werden: Marascalco, Atlantic Deal. NEW YORK – Atlantic Records and West Coast producer-writer John Marascalco have signed a long term deal whereby the latter’s label, Loa (sic!) Records, will be distributed by Atlantic. “Turn On” by the Ric-A-Shays, will be the first release under the new arrangement. The deal was set with Marascalco by Jerry Wexler, Atlantic vize-president. Marascalco, one of the top producer-writers, was co-author of such hits as “Good Golly Miss Molly,” “Rip It Up” and “Send Me Some Lovin’,” notable smashes for Little Richard. His songs have been cut by Fats Domino, Elvis Presley, Ray Peterson, The Four Seasons and others. Marascalco as a&r man for Infinity Records, cut the Billy Storm hit, “El Cid.” He is the publisher of “Wipe Out,” which sold over one million for the Surfaris. Songs written, published and produced by Marascalco are now close to 18 million. Die erwähnte Veröffentlichung der Ric-A-Shays ist allerdings nicht von der gleichnamigen Band, die bereits auf Lola 101 zu hören ist. Vielmehr vergab der Label-Boss diesen Namen nach eigenem Gutdünken und Geschmack an Ron Story and the New Travelers, einer Garagen-Surf-Gitarren-Combo. „Turn On“ wurde zudem mit einigen Ansagen Harry Nilssons overdubbed. Die zweite von Atlantic bzw. Atco vertriebene Single war auch die vorerst letzte: Lola #003 präsentiert vermutlich Rich Cliburn und Jerry Carter als Duo Rick And Jerry, die später mit Marascalco bei Ruby-Doo Records zusammenarbeiten sollten und ab 1969 das Rückgrat der Band Smith bilden sollten. 1968 folgte noch eine enorm obskure Spoken-Word-Performance von C. L. Campbell auf Lola 2207, die auf dem Label die Firmenbezeichnung LOLA RECORD SERVICE, Los Angeles, Calif. führt. Eine weitere, bisher unbestätigte Ausgabe auf Lola Records könnten The Girl Watchers auf einer dann doppelten #003 sein. Ende der 1960er war es auch um Johns andere Labels Ruby-Doo und Cee-Jam ruhig geworden. Infinity war bereits kurz nach dem Tod des Gründers Cliff Garrett 1963 eingestellt worden. Lola-Labelkunde
Wir unterscheiden acht Parameter, mit deren Hilfe wir die Ausgaben auf Lola Records spezifizieren. Die Werte, welche die Parameter annehmen können, sind dem Englischen entlehnt, werden klein geschrieben und durch _unterstriche_ miteinander verbunden. Somit ergeben sich Ausgabenbezeichnungen der Form - parameter1_parameter2_parameter3_parameter4_parameter5_parameter6_parameter7_parameter8.
| Parameter 1: Labelname - Die Schreibweise des Labelnamens | | | lola_ | lolla_ |
| Parameter 2: Nummer - Die Single-Nummer |  |  |  |  | |  | |  |  | _001_ | _002_ | _003_ | _100_ | _101_ | _103_ | _104_ | _105_ | _2207_ |
| Parameter 3: Farbe - Die Grundfarbe des Auflebers |  |  |  | |  |  | _yellow_ | _violet_ | _orange_ | _black_ | _white_ | _greyblue_ |
| Parameter 4: Ausgabezweck - Promotion oder Verkauf | 

 | Bei allen anderen Ausgaben ohne Promo-Hinweise wird davon ausgegangen, dass es sich um Stock-Ausgaben d.h. Ausgaben für den Handel handelt. | _promo_ | _stock_ |
| Parameter 5: Ausgabe - Original oder Re-Issue | | Alle Ausgaben ohne das Ritzing "REI" im Deadwax werden als Original bezeichnet. | _reissue_ | _original_ |
| Parameter 6: Balken - Mit oder ohne Balken |  |  | _withbars_ | _withoutbars_ |
| Parameter 7: Logo-Font - Schriftart des Logos |  |  |  |  | _thin_ | _serif_ | _thick_ | _italics_ |
| Parameter 8: Logo-Farbe - Schriftfarbe des Logos |  |  |  | _blacklogo | _yellowlogo | _whitelogo |
Lola Records - Diskografie Die Tabelle dient der ersten Übersicht:
Legende Nr.: Die Plattennummer mit Labelkürzel und der Seitenangabe. Auf Lola Records teilweise doppelt und dreifach vergeben! Artist: Der/die Interpret/en der veröffentlichten Songs. Song: Der Titel des Stückes auf der jeweiligen Seite. Yr.: Das Jahr, teilweise aus Netzquellen, teilweise durch unterstellte Chronologie erschlossen. Label: Die bekannten, gekauften bzw. gesehenen Ausgabenserien (nach dem Abschnitt Lola-Labelkunde) - lola_XXX_yellow_stock_reissue_withoutbars_serif_blacklogo
- lola_XXX_violet_promo_reissue_withoutbars_thin_blacklogo
- lola_XXX_violet_stock_reissue_withoutbars_thin_blacklogo
- lola_XXX_orange_stock_reissue_withoutbars_serif_blacklogo
- lola_XXX_orange_stock_original_withbars_serif_blacklogo
- lolla_XXX_orange_stock_original_withbars_serif_blacklogo
- lola_XXX_black_stock_original_withoutbars_italics_yellowlogo
- lola_XXX_black_promo_original_withoutbars_italics_whitelogo
- lola_XXX_white_promo_original_withoutbars_thick_blacklogo
- lola_XXX_white_promo_original_withoutbars_italics_blacklogo
- lola_XXX_greyblue_stock_original_withbars_serif_blacklogo
Unsere Sammlung Wir besitzen folgende Ausgaben: - lola_100_yellow_stock_reissue_withoutbars_serif_blacklogo (Labelserie 1)
- lola_100_violet_stock_reissue_withoutbars_thin_blacklogo (Labelserie 2)
- lola_100_violet_promo_reissue_withoutbars_thin_blacklogo (Labelserie 3)
- lola_100_orange_stock_reissue_withoutbars_serif_blacklogo (Labelserie 4)
- lola_103_orange_stock_original_withbars_serif_blacklogo (Labelserie 5)
- lola_104_orange_stock_original_withbars_serif_blacklogo (Labelserie 5)
- lolla_104_orange_stock_original_withbars_serif_blacklogo (Labelserie 6)
- lola_105_orange_stock_original_withbars_serif_blacklogo (Labelserie 5)
- lola_001_black_stock_original_withoutbars_italics_yellowlogo (Labelserie 7)
- lola_002_black_promo_original_withoutbars_italics_whitelogo (Labelserie 8)
- lola_002_white_promo_original_withoutbars_italics_blacklogo (Labelserie 10)
- lola_002_white_promo_original_withoutbars_thick_blacklogo (Labelserie 9)
- lola_003_white_promo_original_withoutbars_thick_blacklogo (Labelserie 9)
- lola_003_white_promo_original_withoutbars_italics_blacklogo (Labelserie 10)
- lola_2207_greyblue_stock_original_withbars_serif_blacklogo (Labelserie 11)
Wir können bisher 11 Ausgabenserien ausmachen, wobei wir Lola #002 aus Serie 7 bisher nicht selbst besitzen, sondern nur im Internet erspähten. Ausgabenserien liegen vor, wenn außer der Nummer (Parameter 2) alle anderen Parameter identisch sind. Sieben Serien sind mono-singloid, d.h. sie bestehen genau aus einer Ausgabe, vier Serien sind poly-singloid, d.h. ihnen können mindestens zwei Ausgaben zugerechnet werden. Letztere sind: - lola_XXX_orange_stock_original_withbars_serif_blacklogo (3 Ausgaben), Labelserie 5
- lola_XXX_black_stock_original_withoutbars_italics_yellowlogo (2 Ausgaben), Labelserie 7
- lola_XXX_white_promo_original_withoutbars_thick_blacklogo (2 Ausgaben), Labelserie 9
- lola_XXX_white_promo_original_withoutbars_italics_blacklogo (2 Ausgaben), Labelserie 10
Lola 100 - The Electras - You Know / Can't You See It In My Eyes |  | | lola_100_yellow_stock_reissue_withoutbars_serif_blacklogo |
Es gibt in Gelb nur eine Ausgabe: die Electras spielen „You Know“ und „Can’t You See It In My Eyes“. Die Electras, eine Post-Valiants-Truppe, hier in der Besetzung der Vettern Chester und Gary Pipkin sowie Warren Joyner und Billy Mann, sind bereits mit zwei Singles auf John Marascalcos Infinity Records vertreten (INX-012 und INX-016) und werden mit einer weiteren auf Ruby-Doo Records (Ruby-Doo #2) sowie einer Seite auf Cee-Jam (CJ-100-A) zu finden sein. Zur Geschichte der Electras siehe unsere Übersetzung von Marv Goldbergs R&B-Notebook zu den Valiants. Laut Netzquellen ist dies die erste Lola-Ausgabe von 1962 und startet ganz unten auf dem Aufkleber mit der erst mal unverfänglichen Nummer 100, die auch als Quellenangabe über dem Produzenten Marascalco genannt wird: LO-100-A bzw. LO-100-B, wir gehen daher davon aus, dass beide Songs original auf unserer Lola 100 herauskamen. Das Ritzing im Spiegel wiederholt die jeweilige Seitenangabe, hinter dem Zeichen von Monarch Records, einem kalifornisches Plattenpresswerk, das sowohl für namhafte wie für abseitige Labels presste: (MR), hierbei handelt es sich um die um 90° nach links gedrehten, miteinander durch einen gemeinsamen Längsstrich verschmolzenen Buchstaben M und R in einem Kringel, analog zum Copyright ©. Darauf folgt das Format: 45! Eine Single also. Hinter Quelle und Format folgt im Spiegel in Versalien die Abkürzung REI, welche eigentlich nur als Hinweis auf ein Re-Issue gelesen werden kann. Auch der gute Zustand der uns vorliegenden Ausgabe stützt die These eines späteren Entstehungsjahr als 1962, jedoch konnte bisher noch keine Originalausgabe ohne die REI-Angabe gesichtet werden. Nach dem REI-Kürzel kommt im Spiegel die Delta-Nummer der Platte: ∆ 43998 auf der A-Seite und ∆ 43998-X auf der B-Seite. Die Deltanummer wird vom Hersteller Monarch Records fortlaufend chronologisch vergeben, wodurch eine genaue Datierung der gelben Lola 100 auf Juli 1962 möglich ist. Diese Nummer des Herstellers, die pro Ausgabe vergeben wird (mit einem nachgestellten –X auf der Rückseite), ist nicht zu verwechseln mit der Aufnahmematrix aus dem Studio, die selbstverständlich nur einen Song bezeichnet, zuweilen aber auch auf dem veröffentlichenden Tonträger genannt wird. Die Autoren von „You Know“ Tony Kevin (eventuell als Chester Kevin Autor von „Ten Steps To Love“ von den Electras auf Infinity INX-012-A) und John Carson (Autor von „The Stomp“ von den Electras auf Infinity INX-016-B, „Yo Yo Love“ und „Stay Away From Jim“ von Betty Turner auf Infinity INX-019-A+B und „Snacky Poo Part 1+2“ von den Ring A Dings aka den Del-Mars aka den Electras auf Infinity INX-014-A+B) sind Songwriter-Kollegen von Marascalco mit überschaubaren Gesamtwerken, die sich hauptsächlich auf Marascalcos Infinity Records und eben auf Lola finden. Gary Hart ist niemand anderes als Gary Pipkin, Chester Pipkins Cousin und aktuelles Mitglied der Electras (und unter seinem Pseudonym Gary Hart Co-Autor von „Ten Steps To Love“ und „Snacky Poo Part 1+2“. Als Gary Pipkin werden ihm auch für „Huff And Puff“ und „Mary Mary“ der Electras auf der schwarzen Lola #001 Autorencredits gegeben). Warren Joyner, neben Marascalco der Co-Autor von „Can’t You See It In My Eyes“ gehört - wie bereits erwähnt – ebenfalls zu den Interpreten. Label-Eigner, Produzent und Autor Marascalco ist selbstverständlich mit Robin Hood Music auch der Verleger beider Songs. Lola 100 - Lee Diamond - Good Old Summertime / Nothing But A Playboy | | | lola_100_violet_stock_reissue_withoutbars_thin_black | | | | lola_100_violet_promo_reissue_withoutbars_thin_blacklogo |
Eine sonderbare Platte ist Lee Diamonds „Good Old Summertime“ mit „Nothing But A Playboy“ auf der Rückseite. Ein oberflächliche Betrachtung macht Stutzen: Lola Records gibt wieder - allerdings in völlig neuer Optik, was Schriftart und Farbgebung angeht - eine Platte mit der ganz unten prangenden Nummer 100 heraus, zudem in der Quellenangabe als BS-100 referenziert? Viele Diskographien positionieren daher Lee Diamonds Scheibe nicht bei Marascalcos Label und vermuten eine Ausgabe auf einem Label gleichen Namens aus New Orleans. Denn Lee Diamond ist niemand anderes als Wilbert Smith, der als Tenorsaxophonist bei den Upsetters, der Live-Band Little Richards bereits in den 50er Jahren mit John Marascalco bei deren Zeit bei Specialty Records in Kontakt kam. Lee Diamonds Band the Challengers sind sehr wahrscheinlich nicht identisch mit einer gleichnamige Band auf John Marascalco Label Princess Records of California, produziert von Drummer, Verleger (mit Miraleste Music) und Co-Owner Richard Delvy. Dan Phillips, der mit seinem Blogbeitrag im Home Of The Groove die Messlatte der Lee-Diamond-Forschung sehr hoch legte, glaubt jedenfalls New Orleanser Instrumentalisten-Schule zu erhorchen. Eindeutig sind die Hinweise auf den Ausgabezweck: Promotional Copy und Not For Sale steht da. Die Single ist somit eine DJ-Ausgabe zur offiziellen violetten Ausgabe. Die Quelle BS ist uns auch bekannt, denn sie verweist auf das Original Bourbon Street 100. Bourbon Street ist ein Kleinstlabel, dessen Gesamtausgabenbestand vermutlich nur aus dieser einen Ausgabe besteht und sehr wahrscheinlich auch um Besitz John Marascalcos lag. Neben dessen Omnipräsenz als Adapteur, Autor (die BMI-Datenbank gibt ihm auch für „Good Old Summertime“ Autorencredits) und Verleger sind auch die anderen Autoren von „Nothing But A Playboy“ aus der Los Angeleser Szene um Infinity Records wohl bekannt: Unser Freund Warren Joyner von den Electras und Robert Luke Harshman, der unter seinem Pseudonym Bobby Hart zwei Infinity-Singles (INX-017 und INX-022) herausbrachte, auf weiteren komponierte (INX-020 und INX-026) und als Songschreiber im Duo mit Tommy Boyce später mal sehr berühmt und erfolgreich werden sollte. Der deutlichste Hinweis, dass es sich eben doch um eine zu unserem Lola zugehörige Ausgabe handelt, ist der gleiche Aufbau des Ritzings im Spiegel: (MR) 45 BS-100 A REI ∆ 44095 auf der A- und (MR) 45 BS-100 B REI ∆ 44095 auf der B-Seite. Die Deltanummer reiht demnach die Single hinter die gelbe REI-Edition ein, der Deltanummernschlüssel von Monarch datiert auf Juli 1962. Wir vermuten also ein Re-Issue einer Promotional Copy zur violetten Originalausgabe, die wiederum eine Wiederveröffentlichung von Bourbon Street 100 wäre. Das Design der Platte entspricht dem Original auf Bourbon Street. Die Hersteller des Labels mussten also nur die Farbe und das Label-Banner ändern, alles andere (sogar das Ritzing) blieb erhalten. Somit erklärt sich auch das von den anderen Lola-Ausgaben abweichende Design und die unmotivierte Zweitvergabe der Plattennummer 100. Lola 100 - The Electras - You Know / Can't You See It In My Eyes | | | lola_100_orange_stock_reissue_withoutbars_serif_blacklogo |
Ungeachtet der bereits zweimal vergebenen Nummer 100, startet (laut Deltanummernschüssel von Monarch Records) im Februar oder März 1964 eine neue Serie, allerdings wieder mit der LO-100. Die Platte gleicht in überraschend vielerlei Hinsicht der gelben Ausgabe: gleiche Nummer, gleiche Schriftart, gleiche Anordnung der Informationen auf der Scheibe, mit den Electras die gleichen Interpreten und sogar der gleiche Song auf der B-Seite „Can’t You See It In My Eyes“ mit exakt demselben Spiegelritzing: (MR) 45 BS-100 B REI ∆ 43998-X. Der Hinweis auf ein Re-Issue könnte sich in diesem Fall demnach auch auf die Wiederveröffentlichung des Songs nach zwei Jahren beziehen, wahrscheinlicher ist jedoch (auch aufgrund des guten Zustandes des vorliegenden Exemplares) ein jüngeres Alter einer Nachausgabe und die schlichte unangepasste Wiederholung des Ritzings der gelben Ausgabe von 1962. Die A-Seite führt mit „Boo Babe“ aus der Feder John Carsons und Herman Bruce Chaneys einen Song, den die Electras schon 1962 auf Infinity INX-016 A herausgebracht hatten. Chaney, auch bekannt als Sonny Herman, der Lead-Sänger der von Marascalco produzierten Jaguars, wird auch zwei Coverversionen seines Hits „Charlena“ auf Ruby-Doo Records erleben. Leider erwähnt die Quellenangabe das Original von „Boo Babe“ auf Infinity nicht, sondern verweist auf sich selbst: LO-100-A. Das Ritzing im Spiegel führt neben Format und dieser falschen Quelle auch wieder eine Deltanummer, die die orangefarbene Lola 100 nach der violetten BS-100 positioniert. Der REI-Hinweis fehlt hingegen auf dieser Seite: 45 LO-100-A ∆ 51649. Im Vergleich mit der folgenden Serie, der orangefarbenen Standard-Edition von 1964 fehlen dieser Ausgabe in REI-Optik die beiden waagrechten Querbalken, die die Informationen links und rechts vom Loch umschließen. Lola 101 - Rick & The Ric-A-Shays - Running Bear / The Drag Bei Rick & The Ric-A-Shays, deren Lola 101 uns leider nicht vorliegt, handelt es sich vermutlich um die gleiche Surfrockband, die auch auf Lola #002 musziert, die wir unter Punkt 8 (white) genauer vorstellen. Eventuell ist die B-Seite der Lola 101 „The Drag“ identisch mit „The Drag“ auf Infinity INX-027 B von den Mar-Villes. Dies wäre dann ein Titel aus der Feder von Tommy Boyce (dem Partner von Bobby Hart) und John Marascalco. Die A-Seite „Running Bear“ ist entsprechend eines uns bekannten Bildes einer Wiederveröffentlichung der Platte auf Reprise R-20.226 (2358) ein Song von einem Herrn Richardson, produziert von John Marascalco, zwei Minuten und zwanzig Sekunden lang und von Big Bopper Music verlegt sowie von BMI verwertet. Der Verleger Big Bopper ist wohl auch der Autor Jiles Perry Richardson jr., der den Song für seinen Freund Johnny Preston schrieb, der damit eine Nummer 1 Hit hatte und der vor allem dadurch bekannt wurde, dass er mit Buddy Holly und Ritchie Valens am 03.02.1959 im selben Flugzeug saß. Auf jeden Fall ist dieses Re-Release auf Reprise ein weiterer Forschungsansatz zu diesem ominösen Künstler-Konglomerat. Lola 103 - The Young Lions - Back In The Alley / Something Like Mr. C  |  | | lola_103_orange_stock_original_withbars_serif_blacklogo |
Die Platte der Young Lions auf Lola 103 führt als Delta-Nummer die ∆ 52110 bzw. die ∆ 52110-X. Die fortführende Reihenfolge gegenüber der drei bekannten Lola 100 stimmt also, Monarch Records presste demnach im April 1964. „Back In The Alley“ stammt von den Herren Stewart und Engel, von denen weder Vornamen noch sonst was herauszubringen ist, „Something Like Mr. C.“ ist von John Marascalco und einem gewissen Herrn Kerr (eventuell Godfried Kerr, dem Supervisor von Lola 104). Beide Songs werden von Robin Hood Music verlegt. Zu den Young Lions werden wir weiter forschen, mit „We Better Get Along“ und „Live And Lern“ von 1965 findet sich schon einmal mindestens eine Veröffentlichung der Young Lions auf LOMA 2022. Lola 104 - Frankie Olvera - Huggie's Bunnies /Somethin Like Mr. C  |  | | lola_104_orange_stock_original_withbars_serif_blacklogo | | | | lolla_104_orange_stock_original_withbars_serif_blacklogo |
Die B-Seite von Frankie Olveras Lola 104 ist identisch mit dem Track der Young Lions auf Lola 103, belegt durch die gleiche Deltanummer im Dead-Wax. Wir vermuten, Frankie war Mitglied der jungen Löwen. „Huggie’s Bunnies“ auf der A-Seite wurde geschrieben von Andy Tesso, produziert von Manuel Chevez und John Marascalco, supervised von Godfried Kerr und verlegt von Maravilla Music Inc. Bei Manuel Chevez könnte es sich um den (falschgeschriebenen) Manuel Chavez handeln, der mit Herman Bruce Chaney, dem Autor von „Boo Babe“ der Electras (Infinity INX-016-A und LO-100-A orange REI) den Song „Charlena“ der Trippers auf Ruby-Doo #5 B sowie auf Cee-Jam 100 B „Don’t Tell Me“ der Surgeons (wiederum die Rückseite von „You Lied“ der Electras aus der Feder Marascalcos, Joyners und Linda Carrs, auch auf Infinity INX-012-B) schrieb. Godfried Kerr ist ein bekannter Radio-DJ aus Los Angeles, der in eigener Sache auch auf Cee-Jam #3 „The Trip“ und „Come On, Come On“ veröffentlichte. Die Deltanummer ∆ 53910 lässt auf ein Erscheinen nach dem August 1964 schließen. Dazu gibt es eine (Cover- oder Original-)version von „Huggie’s Bunnies“ der Band The Blendells auf Reprise 0291. Lola 105 - The Soul-Men - Road House / Sister Sue  | | | lola_105_orange_stock_original_withbars_serif_blacklogo |
Lola 105 der Soul-Men führt das chronologisch glaubhafte Ritzing ∆ 54582 bzw. ∆ 54582-X, was laut Monarch Records für den Oktober oder November 1964 steht. Der A-Seiten-Track „Road House“ ist eine Gemeinschaftskomposition der Gruppe (laut BMI-Datenbank wären das dann Bobby Hart alias Robert Luke Harshman, Larry Taylor und Simon Williams!), „Sister Sue“ der B-Seite von Harry Nilsson. Etwas verwunderlich ist die Umgestaltung des Aufklebers: Die Quelle rutscht nach links unter die Verwertungsgesellschaft BMI, die Songdauer dafür nach rechts unter die Plattennummer, dies auf der A-Seite sogar in übergroßer Schrift. Lola #001 - The Electras - Huff And Puff / Mary Mary | | | lola_001_black_stock_original_withoutbars_italics_yellowlogo |
Von der schwarzen Ausgabe sind uns die ersten beiden Scheiben zu Gesicht gekommen, die dritte unterstellen wir aufgrund der zugehörigen weißen Ausgabe. In Besitz haben wir nur Lola #001, deren Song „Huff And Puff“ von Electras-Mitglied Gary Pipkin (auf anderen Lola-Ausgaben auch unter dem Namen Gary Hart als Autor vertreten) und dessen Valiants-/Untouchables-/Electras-Kollegen Brice Coefield geschrieben wurde. Bei der Komposition von „Mary Mary“, welches auf Ruby-Doo #2 A wiederveröffentlicht werden wird, war auch Garys Cousin Chester Pipkin beteiligt. „Huff And Puff“ steht entgegen der normalen Lola-Gewohnheiten nicht im Robin Hood Music-Katalog, sondern wird von Screen Gems und Columbia verlegt. Screen Gems ist ein Verlag zum gleichnamigen Plattenlabel einer gleichnamigen Filmfirma. Auf Screen Gems erschien 1961 eine einseitige DJ-Ausgabe von „Summertime Nights“ der Happy Tones, einem weiteren Namen der Valiants-/Untouchables-/Electras-Truppe. Diesen Zusammenhang gilt es zu untersuchen und die Screen Gems, von der nur einige hundert Exemplare gepresst wurden, zu erwerben. Lola #002 - The Ric-A-Shays - Turn On / Groovy  | | | lola_002_white_promo_original_withoutbars_thick_blacklogo |  |  | | lola_002_white_promo_original_withoutbars_italics_blacklogo | | | | lola_002_black_promo_original_withoutbars_italics_whitelogo |
Die Songs auf Lola #002 wurden von Ron Story (*1946) geschrieben, dem Gitarristen der Surf-Rock-Band The Travelers. Diese Band ging um 1963 aus den Gents hervor (nicht zu verwechseln mit der gleichnamigen Prä-Valiants-Formation, die 1956 auf Lamp 2010 und Aladdin 3387 „Happenin’ After School“ und „My Unfaithful Love“ in der klassischen GGMM-Besetzung Brice Coefield, Rip Spencer, Billy Storm und Chester Pipkin eingespielt hatten) und nannte sich mit dem Beitritt Storys in The Travelers um. An der rhythmischen Gitarre schrammelte Angel Dorame, dessen Bruder Tommy Dorame den Bass zupfte, wobei der junge Freddy Gonzales (*1951) trommelte. Die erste Single auf Storys eigenem Label Yellow Sand Records mit „Spanish Moon“ und „She’s Got The Blues“, die auch auf John Marascalcos und Richard Delvys Princess Records als #52 erschien, wurde in der landesweiten Wiederveröffentlichung auf Vault 911 im Jahr 1964 ein Hit, den die Ventures schließlich moppsten und als „Tomorrow’s Love“ neu einspielten. Yellow Sand heißt auch Storys Verlag, der folglich neben Marascalcos (auf der weißen und schwarzen DJ-Copy falsch-, auf der schwarzen Stockausgaben aber korrekt geschriebenen) Robin Hood Music auftaucht. Nach drei weiteren Singles und dem Abschluss der Schule ging die Truppe auseinander. Story formierte mit einigen Freunden (darunter womöglich den Co-Autor der B-Seite Lannie Hardesty) die New Travelers, die 1965 auf Audio Recorders „Morning Star“ und „Groovy“ herausbrachten, der Labelname entspricht dabei dem des Studio in Phoenix, Arizona. "Groovy" wurde dann von Marascalco mit dem in der gleichen Phoenix-Session eingespielten „Turn On“ für unsere Lola gekoppelt und der Band mit The Ric-A-Shays ein neuer Name verpasst. Beide Titel sind als Instrumentals ausgezeichnet, auf „Turn On“ sind allerdings einige geschmeidige Ansagen zu hören. Hierbei handelt es sich um einen Overdub der Vocals des Marascalco-Mentees Harry Nilsson, in dessen heutiger Fangemeinde immer noch verschiedenen Theorien zu dessen ominöser Zusammenarbeit mit den Ric-A-Shays kursieren. Story lebt heute in Petersburg, Florida und steht mit Marascalco in Kontakt. Womöglich bahnt sich hier eine neue Zusammenarbeit an. Wir werden am Ball bleiben und berichten. Die Plug Side ist übrigens diejenige Seite, die die Plattenfirmen den DJs zum bevorzugten Auflegen vorschlagen, was diese natürlich nicht immer tun, daher versuchten die Firmen immer wieder allerhand Tricks zB das Herausbringen einer Single mit nur einer Seite (so etwa „Summertime Nights“ der Happy Tones auf Screen Gems), mit identischen Seiten (so „My First Love“ der Peppermints auf Ruby-Doo #3 aus der Feder Tommy Boycens und John Marascalcos) oder eben einem klaren Hinweis wie "Plug Side" oder einem Aufkleber, zB "This side please. Jerry Moss", gesehen auf einer Infinity-DJ-Copy). Auf der Seite B von Lola #002 finden wir die Bestimmung als Promotional Copy. Neu und ungeklärt ist die Quelle unter der Plattennummer #002: LO-8959 und LO-8960. Referenziert die Quelle im Falle der weißen DJ-Copy demnach auf eine irgendwie geartete Aufnahmematrix? Die fortfolgenden Nummern 8961 und 8962 kennen wir von Lorenzo Holdens weißer Cee-Jam #1 mit „The Wig“ und „The Days Of Wine And Roses“ – ein weiteres Indiz der nahen Verwandschaft der Marascalco-Labels, wenn es sich tatsächlich um Nummern des gleichen Produzenten-Teams handelt. Der Spiegel wiederholt diese Quellen-Nummer und stellt eine -1 hintan, sowie mit den Versalien AT das Labelkürzel des Distributoren Atco, welches ja wiederum eine Abkürung für Atlantic Corporation ist.
Lola #003 - Rick And Jerry - I'll Be Happy / Cry Baby | | | lola_003_white_promo_original_withoutbars_thick_blacklogo | | | | lola_003_white_promo_original_withoutbars_italics_blacklogo |
Auf Lola #003 von Rick And Jerry sind Vokal-Stücke zu hören, produziert und verlegt von John Marascalco, die Autoren Russell und Duckworth der A-Seite bzw. Russell und Reminger sind weitestgehend unscharfe Gestalten. Jedenfalls ist "Cry Baby" trotz gleichen Titels und gleichem Nachnamen des Autors Russell nicht DAS "Cry Baby", welches durch Janis Joplin bekannt wurde und von Bert Russell Burns (dem Produzenten von Infinity INX-010) und Norman Meade aka Jerry Ragovoy für Garnet Mimms & the Entchanters komponiert wurde. Die BMI-Datenbank nennt die Vornamen Lynn D. Russell und Lonne Duckworth, Reminger hingegen bleibt unbekannt. Wer sind diese Personen? Ist Rick, der in Begleitung der Ric-A-Shays auf Lola 101 spielt eventuell jener Rick des kongenialen Jerry? Unsere Theorie geht in eine völlig andere Richtung: Dazu muss man Ruby-Doo #1 der Trippers kennen, auf der das Songwriter-Duo Jerry Carter und Rich (sic!) Cliburn gemeinsam die A-Seite "Dance With Me" komponierten. Die Herren gehörten gegen Ende der 1960er der Rock-Band Smith an, die nicht ganz unerfolgreich mit Sängerin Gayle McCornick staubigen Rhythm'n'Rock machten. Wir vermuten, Jerry und Rich (und eine weitere Person) sind die Trippers und die Interpreten, die sinnig als Rick und Jerry auf dem Label der Lola #003 prangen. Da gibt es noch Forschungsbedarf. Ein Ansatz ist der Distributor Atco, für den eine Kontaktadresse herauszubekommen war und den wir bezüglich seiner Zusammenarbeit mit Lola Records und Cee-Jam Records angeschrieben haben, bisher leider erfolglos. Auch bei Lola #003 ist die Seite mit der niedrigeren Quellen und Spiegel-Nummer LO-9037 die Plug Side und gelte uns als A-Seite. Die folgende LO-9038 sei die B-Seite, was der Vergleich der bekannten Bilder der schwarzen Lola #002 mit der weißen Lola #002 nahelegt, da auf der schwarzen Ausgabe die Seitenbezeichnung eindeutig ist. Wenn es zu allen Matrixnummern zwischen Cee-Jam #1 und Lola #003 veröffentlichte Aufnahmen gibt, werden wir uns noch lange Zeit an Neuentdeckungen erfreuen können. Lola 45-2207 - C. L. Campbell - Hey! Mayor Daley, Man! / If | | | lola_2207_greyblue_stock_original_withbars_serif_blacklogo | Sleeves Von Lola Records sind uns keine label- oder ausgabenspezifischen Papierhüllen bekannt. Zumindest für die White DJ-Edition nehmen wir an, dass sie in folgender Hülle des Distributors Atco vertrieben wurden, da in solchen unsere gleichgestalteten Cee-Jam-Ausgaben staken: 
Lola Records (Texas)
Extrem obskur ist diese rosafarbene Ausgabe auf Lola Records. Zwar lässt die fortlaufende Nummer 101 und der ähnliche Farbton die Fortsetzung der violetten Serie vermuten, aber sowohl Schriftsatz, als auch eine nicht zu übersehende texanische Adresse in 1347 W. Thompson Place, San Antonio müssen uns neben der völligen Abstinenz des ansonsten allgegenwärtigen John Marascalco in den Credits und als Produzent von einem tatsächlich eigenen Label ausgehen lassen. Die Plattennummer (bzw. Quellenangabe) links vom Loch gibt mit der Abkürzung LA Rätsel auf, wenn es sich dabei nicht um die schnöde Abkürzung von LOLA handelt. Rechts haben wir auf der A-Seite die Zeit, darunter den Verlag TNT Music, Inc. sowie den Verwerter BMI. Der ansonsten völlig phantomhafte Bob Granato samt seinen Nocturnes spielt uns „I Just Want Your Kiss For Christmas“ aus der Feder Lola V. Gilmores. Gilmore schrieb auch das Lied auf der B-Seite „Santa Is Rockin’ & Rollin’“, welcher von Bill Parker und seinem Orchester eingespielt wurde. Eine Netzquelle kennt für Bills Lola-Scheibe den Erscheinungsmonat Februar 1966 und mit „Freddie, Freddie“ und „Tears Of Love“ eine frühere Veröffentlichung auf Goldband 1109 vom Dezember 1960. Ansonsten fehlen auf der B-Seite alle Angaben zu Dauer, Verlag und Verwertung. Lustig ist der Fremdeinsatz der hochgestellten 9 als zweifacher Apostroph-Ersatz im Titel der B-Seite. Der Spiegel ritzt die Quelle und zusätzlich bei Bill Parker eine Delta-Nummer TSS 4650930 ∆. Was heißt TSS? Wir wissen es nicht. Beide Interpreten sind Schlagersänger und passen nicht in das übliche Garagen-DooWop-Genre von John Marascalcos Lola Records hinein, wir vermuten daher, dass es sich hier um das private Label der Autorin Lola Gilmore handelt, die demnach ihren Namen zum Logo machte, um ihre Weihnachtslieder mit Bill und Bob veröffentlichen zu können. Weitere Ausgaben auf pink Lola sind uns nicht bekannt, ein von uns nach San Antonio adressierter Brief mit Bitte um Aufklärung kam entweder nicht an oder wurde von den jetzigen Bewohnern ignoriert. Schade. Lola’s Recording Co. Warum wird eine Single auf Lola’s Recording Co., die weder Farbe, Design, Personal noch Labelkürzel, geschweige denn den exakten Labelnamen mit Lola Records gemein hat, in dieser Diskographie aufgeführt?, fragt sich der übereifrige Leser. Nun, erstens wäre es nicht das erste Mal, dass Lola in einem anderen Gewand daherkommt und zweitens wurde uns die Zugehörigkeit der Scheibe zu Lola Records durch folgende fehlerhafte Print-Diskograpie vorgegaukelt, weshalb wir die Platte selbstverständlich erwarben und deshalb auch hier besprechen:  (Danke an Brian Lee von Colorradio für die Zusendung des Diskographie-Scans)
Der weitestgehend unbekannte Hips Lankchan präsentiert zwei engagierte und irgendwie witzige Blues-Nummern, während seine Chicago Twisters ordentlich dazu schrammeln. Die eingesetzte Blues-Orgel (!) macht dabei 60er-Jahre Stimmung. Das Labelkürzel LD, die Produktionsfirma Davis Recording, Inc. können wir ebenso wenig zuordnen, wie wir weitere Ausgaben auf Lola’s Recording Co. fanden oder andere Veröffentlichungen von Hips. Dass die Scheibe nicht zu John Marascalcos Lola Records gehört, sieht selbst ein Blinder. Schlussbemerkung Statt einer klugscheißenden Schlussbemerkung eine klugscheißende Korrektur der Diskographie: 
Quellen und Dank Neben zahlreichen frech aus dem Netz zusammengeklaute Informationen wurden vor allem über den privaten Single-Bestand hinaus folgende Quellen benutzt, deren Ersteller unser Dank gilt: - Marvin Goldberg, der in seinem R&B-Notebook einen ausführlichen Artikel über die Valiants/Electras zur Verfügung stellt. - Dan Phillips für seinen Blogbeitrag im Home of the Groove zu Lee Diamond. - Brian Lee von Colorradio, der durch seine Leidenschaft für die Single als Medium an sich begeistert. - Die Gauner von BMI, die ihre hilfreiche Datenbank öffentlich zur Verfügung stellen. - Der Deltamunnernschlüssel von Monarch Records. - Über Bill Parker auf Lola Records informiert uns der Rockin' Country Style Per E-Mail interviewten wir: - Steven Chavez, Präsident von Rampart Records zum Chicano Rock der East Side von L.A. - Ron Story, Bandleader der Travelers aka Ric-A-Shays auf Lola #002 - MFU, der fleißig las und forschte.
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